Darf Arbeit glücklich machen?
Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens mit Arbeit. Wie kommt es, dass der Anteil der aktiv engagierten Arbeitnehmer, also denjenigen, die morgens mit einem Lächeln aufstehen und gerne zur Arbeit gehen, in Deutschland bei nur 11% liegt? Während das Gros (58%) einfach nur seinen Lebensunterhalt verdienen will, aber ansonsten keine große Intitiative zeigt, sind 31% akut unzufrieden mit ihrem Job. Was hält all diese Menschen in einem Job, der sie offensichtlich nicht glücklich macht? Ist es bei allen die materielle Notwendigkeit? Gibt es keine Alternativen?

Erlauben wir uns, über Alternativen nachzudenken?
Vielen Menschen fällt schon allein das Nachdenken über Alternativen schwer, ganz zu schweigen von dem Umsetzen konkreter Ideen. Das gilt auch und vielleicht besonders für WissenschaftlerInnen. Da ist einmal das Ideal des forschenden Individuums, das mit allem Herzblut und voller Enthusiasmus sein Leben der Erforschung seines Fachgebiets widmet. Dieses Ideal zu hinterfragen und daraufhin zu überprüfen, ob es das eigene oder auch ein nützliches Ideal ist, ist schwer. Bei vielen KlientInnen begegnet mir die Überzeugung, dass dies das einzige Ideal ist, mit dem Karriere an der Hochschule machen kann. Aber stimmt das?

Ein weiterer Grund, der viele davon abhält, über Alternativen nachzudenken ist, dass die Universitäten ihren Nachwuchs, die Promovierenden und junge PostDocs mehr schlecht als recht auf das Leben außerhalb von Academia vorbereiten und allen die Möglichkeit einer Karriere an der Hochschule vorgaukeln, wenn man nur lang genug durchhält und gut genug forscht. Es gibt viel mehr akademischen „Nachwuchs” an den deutschen Universitäten, als dort Karriere machen könnte. Daher wird sich jede und jeder Forschende irgendwann der Frage stellen müssen, ob es nicht noch Alternativen gibt. Aber diese Frage ist schwer und wird oftmals sehr spät und unter großem Leidensdruck gestellt! 

Wie denkt man über Alternativen nach?
Ein guter Start ist es, über die Rahmenbedingungen für den eigenen Beruf nachzudenken: Wie will ich arbeiten, mit welchen Menschen, unter welchen zeitlichen Umständen? Wie viel Freiheit brauche ich, wie viel Mitbestimmungsrecht? Wie viel möchte ich verdienen? Kann ich in meinem Job meine Ideen verwirklichen, mich ausprobieren? Welche Atmosphäre herrscht in meinem Team, welche herrscht in dem Unternehmen, für das ich arbeite? Bin ich angestellt oder selbständig? Habe ich Angestellte? Wer trifft welche Entscheidungen? Wie viel Hierarchie halte ich für notwendig?

Doch neben dem „wie“ muss ich überhaupt erst einmal wissen, welcher Job, welche Tätigkeit mir langfristig Spaß macht. Welche Fähigkeiten und Interessen habe ich? Was habe ich (außer meinem Expertenwissen) gelernt, was möchte ich noch lernen? 

Im Laboratorium für Berufsgestaltung laden wir Sie ein, mit uns eine Landkarte für Ihre berufliche Zukunft zu zeichnen, auf der Ihre Fähigkeiten und Bedürfnisse die Richtung angeben! Sie gewinnen Klarheit über eigene Vorstellungen und Ziele und bekommen eine Idee, in welchem Berufsfeld Sie am besten aufgehoben sind. Hier begegnen Sie TeilnehmerInnen aus verschiedenen Berufsfeldern und unterschiedlichen Lebensphasen. Diese Vielfalt ergibt den Nährboden für Kreativität. Angeleitet von zwei Coaches (Dr. Neela Enke und Tania Wehrs) begegnen Sie gemeinsam mit den anderen TeilnehmerInnen Herausforderungen in der Gruppe und motivieren sich gegenseitig.

 

Seminartermine
28.08.2015 16.00 – 20.00h
29.08.2015 10.00 – 18.00h
30.08.2015 10.00 – 14.00h
Kosten 
270 € inkl. Mwst.
Anmeldung zum Infoabend und Workshop unter post@scienza-berlin.de
Weitere Infos zum Workshop finden Sie unter hier.